Start

Page

Links

Temporäre Rückfallphase.


Kann mich schon nicht mehr erinnern, wann ich Dich nicht gehasst habe. Der Hass tat gut, er war das warme Gefühl, dass mich nicht hat fühlen lassen, dass ich Dich vermisse. Und erinnern, wann ich Dich zuletzt vermisst habe, kann ich mich auch nicht.
Jetzt ist es soweit.
Ich will mich nicht erinnern, ich geh einfach über die rote Ampel und ignorier Dein Rufen. Du rufst schon lange nicht mehr. Hast mich ertränkt.
Und ich kann noch immer Deine Hand auf meinem Kopf fühlen, die mich runterdrückt, mich nicht mehr hoch lässt, mich nicht mehr nach Luft schnappen lässt. Es sticht in meinem Herzen, als das Wasser es zerquetscht.
Das Wasser hat nur einen dumpfen Ton zu mir getragen, als Du geschrieen hast. Und Du schreist weiter, Du hörst nicht auf. Du schreist, mein Trommelfell reißt, mein Herz bleibt stehen. Wie oft es schon aufhörte zu schlagen, weiß ich nicht. Du hast es ein paar Mal zum Stillstand gebracht. Du schreist.
Und das Wasser ist überall, in meinem Kopf, in meinem Körper... und dann weine ich. Ich weine Deine Tränen, hast Du das verstanden? Es sind die Tränen, die Du nie hast gewagt zu zeigen. Ich muss selbst nach dem Ende weiter Deine Last tragen. Hast Du nie verstanden, dass ich die war, die eine Bürde trug? Dich und mich, ich hab uns beide getragen und Du hast nicht verstanden, dass Du hättest von meinem Rücken gehen sollen und mich stattdessen an die Hand nehmen. Aber Du hast es nicht getan. Ich hab Dich nachts in Deinen Träumen gestreichelt, wenn Du in Todesangst schriest, ich hab Deine Träume für Dich weitergeträumt, nur damit Du leben konntest. Verstehst Du nicht? Ich hab mein Leben in Deines gesteckt. Und Du hast es mir nicht gedankt, Du hast nur weiter Ballast auf Dich genommen, ich würde es ja tragen. Und ich trug es. Ich hätte es bis ans Ende der Welt getragen, aber Du hast nicht aufgehört, mich unter Wasser zu halten. Ich weiß nicht wieso... Du hast nicht aufgehört. Immer wieder schlugst Du meinen Kopf gegen den harten Boden und ich trug Dich einfach weiter, ich trug Dein Leben in meinen Händen.
Aber dann hörte ich auf zu atmen, dann, als das Wasser in mir war. Als es mein Blut ersetze. Und Du hattest mich ertränkt. Einfach so.
Aber ich hätte Dich getragen. Bis ans Ende der Welt und noch viel weiter.
Ich vermisse Dich.
17.8.07 23:07
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen
Gratis bloggen bei
myblog.de